Den meisten reicht wohl das Abschießen von Signalraketen…

Moin Piraten,

ich bin von ein paar Piraten gefragt worden, ob ich nicht Lust habe zum BuVo zu kandidieren. Da ich keinen Nerv habe einen längeren Text in das Wiki zu schreiben, hier für diese (m)eine Antwort als Blogpost.

Die BTW17 ist gerade mal 14 Tage vorbei, und was ich in diesen 14 Tagen von Piraten gehört und gelesen habe ist leider nicht dazu geeignet mich von einem „Nein“ abzubringen.
1 Tag (!) nach der Wahl erblickten gleich die ersten, natürlich sehr gut recherchierten Analysen und Blogposts das Licht der Welt, und erklärten jedem der es wissen wollte, -oder auch nicht-, warum die Wahl so gelaufen ist!
Natürlich garniert mit einem: „(Nur) ich weiß wie es besser geht und was Piraten machen müssen um wieder 5% und viel mehr zu erreichen“.
Dann noch ein Antrag, der die meisten Entscheidungen einer jetzt schon sehr kleinen aktiven Parteigruppe durch Delegierte regeln lassen will, und natürlich der immer wieder geforderte Ausbau von Tools, Verwaltung und Mitbestimmung, egal was diese bedeutet.
Fehlen dürfen natürlich nicht die persönlichen Animositäten dass Pirat x, y oder z den Piraten schadet oder sowieso nur „sein eigenes Ding“ machen will.
Also im Prinzip alles wie immer nach einer verlorenen Wahl… Piraten halt…
Richtig „Neues“ konnte ich bisher nicht entdecken…
Und vieles was jetzt kommt (Delegierte, Verwaltung) hätte uns eventuell 2010/12 genutzt, aber jetzt ist es wohl mehr ein Rückschritt als ein Fortschritt.
Gut– diese Piraten wussten also das Ergebnis der Wahl schon im Voraus. (war ja auch nicht so schwer)
Aber anstatt mitzuarbeiten, um eventuell doch noch gemeinsam die 0,5% zur Parteien-Finanzierung zu erreichen, haben sie sich während des Wahlkampfes ausgeruht und hingesetzt, aber konnten so wenigstens nach der Wahl mit einem „Ich weiß warum“ glänzen.
Kann man machen, aber…
Zur Zeit bestehen deshalb die Lösungen der meisten Piraten im Abschießen von Signalraketen. Natürlich in der Hoffnung, dass sie den Weg aus dem dichten Nebel finden. Kann tatsächlich passieren, aber selbst dann werden oft die „Überlebenden“ von einem anderen Boot aufgenommen.

Und dann kommt bei mir noch meine Arbeit in der Wahlorga zum tragen. Die Einblicke die ich dort hatte, sind leider nicht dazu geeignet, die jetzige Piratenpartei wieder auf einem guten Weg zu sehen, trotz einiger besseren Ansätze.

Deshalb stört es mich wohl auch gerade,  wenn ich einige (nicht alle) Kandidaturen betrachte, dass Piraten, die während der Bundestagswahl in Vorständen mehr destruktiv als konstruktiv gearbeitet haben, anscheinend Zeit hatten sich statt Wahlkampf um ein Unterstützernetzwerk zu kümmern und dies jetzt zur BuVo Wahl nutzen.
Und genau diese Piraten wollen nun die Partei retten…
Ich wünsche ihnen dabei ein gutes Händchen und mehr Glück und Können als bisher.

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OK – will aber nicht nur meckern,  was also könnte ich mir nach einer solchen desaströsen Wahlschlappe vorstellen, oder beachte ich sogar als unvermeidbar wenn wir weiter machen wollen.
(Gab es ähnlich schon mal in einem Blogpost von mir)

Ich glaube ,was den Piraten fehlt, ist erst mal ein wirkliches Aufarbeiten der Wahlen / der Partei seit 2010.
Und Aufarbeiten bedeutet eben nicht, nur die Ergebnisse zu analysieren, sondern warum es dazu kommen konnte. Was ist positiv gelaufen bis Niedersachsen 2012 und was danach falsch.
Dazu gehört sehr viel, beispielsweise:
– unsere BPT`s als Mitbestimmungsorgan,
– unsere ÖA als Aushängeschild,
– unser persönliches Auftreten in Social Media,
– unser Umgang mit Ex-Mitgliedern,
– die Arbeit der Fraktionen,
– – und deren Zusammenarbeit mit den Ländern/Bund,
– Überhaupt die Zusammenarbeit Bund ↔ Länder und Bund/Länder ↔ KV,
– Meinungsbildung innerhalb der Partei,
– Umgang mit internen Streitigkeiten,
– Integration von Neumitgliedern,
– Was bedeutete „die Transparenz“ den Piraten,
– Was bedeutet „Basisdemokratie“ bei den Piraten (mir sehr wichtig)
– … Hier fällt mir und anderen bestimmt noch viel mehr ein.

Erst wenn wir dazu GEMEINSAM Positv/Negativ Listen aufgestellt haben, können wir daran gehen, positive Fakten weiter zu verstärken und versuchen negative Fakten in Zukunft zu vermeiden.
Aber diese Analysen und Fakten zu erstellen hat zur Zeit (und bisher noch nie) keiner Lust, denn es würde mit einem guten Team Monate dauern dies so aufzuarbeiten, dass die Fakten in den danach folgenden Diskussionen belastbar wären.
Dies müsste vom BuVo unterstützt und gefördert werden.
0,37% bedeuten für mich,  dass ALLES auf den Tisch gehört was von Piraten angesprochen wird, ohne Ausnahme

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Eine Parteiprogramm ist keine Smartphone Betriebsanleitung.

Die Piratenpartei hat es versucht.
Eine basisdemokratische (?) Partei hat aus den Niederlagen der letzten Wahlen gelernt, und für den Bundestagswahlkampf die Hilfe eines professionellen Kreativ-Profis in Anspruch genommen. Nach dem Saarland glaube ich erst das zweite Mal.
Wobei aber im Saarland die komplette Kampagne von einer Agentur ausgearbeitet wurde, Elias aber nur den Bundestagswahlkampf unterstützen sollte.

Dies geschah teils aus Mangel an eigenen Ideen, teils aus Verzweiflung, aber auf jeden Fall mit einem großen Vertrauensvorschuss.
Und wir haben mit Elias einen guten Griff getan, er sprudelte nur so über von Ideen, seine Kreativität kannte wenig Grenzen, er flutete Wahlkampforga und Öffentlichkeitsarbeit sowie Webseitenerstellung mit seinen Vorschlägen.
Und dies war auch richtig so, auf einer Tagung in Chemnitz hatten wir ihm relativ freie Hand gegeben.
Aber leider konnte er eben nicht alle mitnehmen. Das erste große Projekt, die Bundeswebseite als Aushängeschild und Basis für den Wahlkampf zu nutzen wurde schon zu einem Spießrutenlaufen. Ressourcenmangel an allen Ecken und Kanten was die Programmerstellung betraf, dazu unterschiedliche Meinungen wie eine „ordentliche“ Webseite auszusehen hatte.
Elias sah sie nur als große Werbeplattform, Piraten als Aushängeschild der Partei, hauptsächlich zur sachlichen Verbreitung unserer Programmpunkte unter Einhaltung technischer und üblicher Standards.
Und wie oft haben wahrscheinlich beide Gruppen (Personen) recht – Jeder aus seinem Blickwinkel.
So wurden Kompromisse geschmiedet die viel Zeit in Anspruch genommen haben und so richtig keinen zufrieden stellten. Diese in der Politik übliche Arbeitsweise der Konsensfindung, bei den Piraten auch immer begleitet durch sehr laute öffentliche Stimmen/Stimmung, zog sich durch den ganzen Wahlkampf.
Egal ob es um den Slogan ging, die Kampagnenfarbe, die Plakatmotive, die Plakatarten, gewagte Kampagnen oder den Wahlwerbespot.
Überall gab es Diskussionen mit gefühlt unbefriedigendem Ausgang für eine, oder sogar beide Seiten. Wenn auch die Kompromissfähigkeit sowohl von Elias, als auch von Piraten letztendlich immer höher wurde.
Elias, der in Chemnitz ein Mandat mit freier Hand bekommen hatte kämpfte und kämpfte – aber mit jeder Absage oder Abänderung seiner Ideen wurde mir klarer, unsere Herangehensweise an diesen „Profi-Wahlkampf“ war nicht optimal.
Zu erst einmal hatten wir nur ein „Schnellschuss-Budget“ welches aus groben Eckpunkt-Berechnungen entstanden ist. Dies führte immer wieder zu langen, kontroversen Diskussionen, was denn nun welche Priorität im Budgetplan hat.
Hier Elias freie Hand zu geben hätte aber bedeutet, dass zur Mitte des Wahlkampfes der Budgettopf der Länder leer gewesen wäre. „Wenn sie gute Arbeit sehen, werden die Länder schon noch nachlegen“, war hier oft seine Meinung.
Woher sollte er auch die Piraten kennen, die lieber Finanzierung zurückziehen statt aufstocken?
Dann war absolut nicht definiert, wer letztendlich die Entscheidungen von Elias abzusegnen hatte. War es Pakki als Vertreter des BuVos, der sehr eng mit Elias zusammen gearbeitet hat,
war es die Orga, die aber nur eine Beauftragung ohne Weisungsbefugnis hatte,
oder war es der Schatzmeister der letztendlich die Verantwortung für die Ausgaben übernehmen muss?
Auch dies hat oft zu Endlosdiskussionen, mit dem oben skizzierten ungutem Gefühl geführt.

Was ist geblieben?
Elias war eine absolute Bereicherung für unsere Partei, hat er uns doch aufgezeigt, wie Kreativität und Spontanität gepaart mit Professionalität aussehen kann.
Es hat aber auch gezeigt, dass eine Partei eben keine Firma ist, und ein Wahlprogramm keine Bedienungsanleitung für ein Smartphone.
Dann ist für einen Werbefachmann die Fokussierung hin auf einen bestimmten Termin nicht so leicht zu verstehen. Der 24. September war nun mal „D-day“ – da gab es nichts zu rütteln. Da war es nicht möglich die Kampagne erst 2 Monate später zu starten um eben die bestmögliche Arbeit abzuliefern.
Das Drängen auf eine Deadline führt bei kreativen Menschen, die oft auch ihre eigenen Ideen bei der Ausarbeitung über den Haufen werfen und wieder von vorne beginnen, nicht zu Begeisterungsausbrüchen. Und bei der Gegenseite zu grauen Haaren und „Verunstaltungen“ der Schreibtischkanten.
Somit war der Einsatz von Elias für unsere Partei bestimmt kein Reinfall – aber es wäre eine andere Vorbereitung mit dem setzen von Rahmenbedingungen seitens der Piratenpartei von Nöten gewesen, um Elias Einsatz wesentlich erfolgreicher und mit weniger „Verbrennen von Menschen“ zu gestalten.
Ob nun Elias oder die Kampagne einen Einfluss auf das Wahlergebnis hatten, dies wird gerade bei dieser Wahl und den nicht von Piraten beeinflussbaren Faktoren, schwer zu beantworten sein.

Sollten wir noch mal in die Lage kommen mir externen Profis zu arbeiten, dann bitte erst, wenn die Piratenpartei so professionell geworden ist, die dazu nötigen Rahmenbedingungen klar vorgeben zu können.

Oder wir machen genau das was der Profi sagt, ohne es zu hinterfragen – smile –

Nachtrag:
Parteien sind in der Werbung wohl doch nicht wie ein Produkt zu betrachten.
Dies hat die Kampagne im Saarland gezeigt, aber auch die Kampagne der renommierten Agentur Jung von Matt, die den diesjährigen Wahlkampf der CDU mit einem Minus von 7,4% vergeigt hat.
Wobei andersherum die Kampagne der FDP als erfolgreich angesehen wird.
Politik ist halt speziell, – hier spielen doch andere (äußere) Einflüsse eine Rolle, als bei einem guten „Produkt-Marketing“.

Und wieder grüßt das -Piraten- Murmeltier…

Holla, wieder eine Wahl, die für die Piratenpartei desaströs ausgegangen ist.

Und kaum ist das Wahlergebnis länger als 12 Stunden bekannt, kommen schon die ersten Vorschläge was man jetzt machen kann, nein sollte, oder besser muss.
Dies haut mich regelmäßig vom Hocker.
Es gibt Menschen, die können in so einer kurzen Zeit, wo ich es mal gerade schaffe den eigenen Wahlkreis einigermaßen ungenau zu analysieren, Lösungen für die komplette Partei anbieten.
Also entweder hatten sie so etwas in der Schublade und es wurde nun je nach Ergebnis Schublade X, Y oder Z geöffnet oder sie sind Genies die dies aus dem Ärmel schütteln. Aber beide könnten in der freien Wirtschaft entweder als Hellseher oder Analyst Millionen verdienen. Dass sie ihr Wissen und ihre Weisheit den Piraten kostengünstig zur Verfügung stellen, versteht sich von selbst – Man weiß halt was für die Partei richtig ist.

Nein, so etwas kann ich jetzt absolut nicht bieten. Ich kann eigentlich gar nichts bieten, außer ein:
„Bitte lasst euch Zeit, bevor hier Lösungen präferiert werden“.

Denn auch kleine Analysen, und sei es nur eine minimale Wahl- und eine Umfeldanalyse, also der Analyse von internen und externen Wahlbedingungen kosten Zeit, Kraft und setzen stringentes Arbeiten mit geeignetem „Material“ voraus.

Aber dieses Vorgehen ist meiner Meinung nach unerlässlich um Lösungswege zu finden, die nicht aus dem Bauchgefühl heraus entstehen.
Obwohl auch diese richtig sein können. Aber dies mit Fakten zu belegen ist dann meist nicht möglich, und eine gute Idee oder ein gutes Vorhaben verpuffen somit schnell.

Die Piratenpartei wird jetzt von niemanden getrieben, wir stehen in keinem Fokus und sollten dies nutzen um uns in Ruhe und mit Abstand zur Wahl Gedanken zu Lösungswegen, und Werkzeugen um diese zu finden, zu machen.

Ansonsten wird die „Weiter so“ und/oder „Jetzt erst recht“ Fraktion, wie nach jeder verlorenen Wahl, um Nuancen verändert, dort weiter machen wo vor der Wahl aufgehört wurde.
Hat uns bisher nicht so weit gebracht, oder täusche ich mich da?

„Das Netz“ wetzt die Messer, oder bin ich schon immer Teil des Mobs?

 

Ich gehöre seit Jahrzehnten zum „Mob“ und betreibe „Hexenjagd“!
Natürlich nicht zu dem Mob, wie ich ihn definiere, aber es gibt  für Mob auch andere als meine Definitionen. Wobei wir hier schon bei Art. 5 unseres Grundgesetzes (->) sind und ich diese Meinungen toleriere und deshalb dort auch zum Mob gehöre oder „Hexen jage“.

Mob bin ich, weil ich seit Jahren indirekt und direkt, oft massiv, „Druck“ ausübe, wenn mir „Dinge“ nicht gefallen. Ich versuche zum Beispiel keine Nestle Produkte zu kaufen.
Ich habe vor Jahren offen gesagt und öffentlich dafür demonstriert, dass ich keine Textilien kaufe, wenn ich weiß, dass sie durch Ausbeutung von Kinderarbeit hergestellt werden.
Und ich habe öfter offen und lautstark gegen TTIP, CETA und TISA demonstriert.
Und jetzt ganz schlimm – Ich bin vor Urzeiten aus der FDP ausgetreten!
Und dies, weil der „Kurs“ der FDP immer weniger mit meiner Meinung einer sozialen und freien Gesellschaft vereinbar war. Und irgendwann gab es ein „Ereignis“, welches „das Fass“ für mich zum überlaufen gebracht hat und ich der FDP den Rücken gekehrt habe. Übrigens könnte ich dies „Ereignis“ heute nicht mal mehr genau benennen.

So ist es eben oft im Leben –irgendwann reicht es- und es wird gehandelt.  Wenigstens von Menschen die (mit)denken.
Und um was geht es heute? Klar, um Tichy und Xing und „der Druck“ aus dem Netz.

Und wegen meines oben beschriebenen Verhaltens kann ich jeden verstehen, der Xing wegen Tichy den Rücken kehrt. Und dass dadurch Herr Tichy seinen Hut genommen hat, ist wahrscheinlich eine Folge des Drucks. Auch wenn er sich nun in einer Opferrolle sieht und von anderen dort hingestellt wird. Er wäre dumm, wenn er dies nicht für sich nutzen würde. Und dumm ist er nicht! Er freut sich bestimmt auch über die Unterstützung im Namens des GG.

Aber es war eben nicht diese „eine Geschichte“ die dazu geführt hat, sondern diese eine Geschichte hat für viele bei Xing das Fass zum überlaufen gebracht. Und da ist es völlig egal, ob dieser Post zurückgezogen wurde. (Wobei ich dies „zurückziehen“ persönlich sehr schade finde, zeigte er doch welches „Gedankengut“ dort vertreten wird – Aber auch hier hat Druck ge-und  bewirkt.)
Bei Xing hätte dann das Fass wahrscheinlich einer der nächsten Artikel zum Überlaufen gebracht.
Dies freut mich, zeigt es mir doch, dass es noch Menschen gibt die mitdenken und ihre Meinung vertreten, ohne Angst zu haben in „irgendeinen“ Topf geschmissen zu werden.
Denn leider tummeln sich in (fast) jedem Topf seit Urzeiten auch immer ein paar Personen, die weit über das Ziel hinausschießen. Auch vor Jahren schon wurden gegen die Manager von „H&M“ oder „Benetton“ (Mord-)Drohungen ausgestoßen, oder gegen Journalisten, oder gegen Politiker. Ich möchte nicht wissen was Willy Brandt 1970 nach seinem „Kniefall“ alles zu hören und zu lesen bekam. Und da gab es noch kein Netz.
Aber zum Glück gab und gibt es dafür Strafverfolgung und einen Paragrafen ( § 241 Abs. 1StGB). Und diesen sollten wir jetzt im Netz nutzen, wie auch seit Jahren schon ohne Netz.
Mir wurde auch schon mal massiv gedroht, als ich in der Nähe von Dannenberg Atomkraftgegnern eine Wiese zum Zelten zur Verfügung gestellt habe.  Da war ich sogar etwas stolz auf diese, meist telefonischen „Drohungen“ = positive Opferrolle. Ich habe auf Anzeigen verzichtet, hätte es aber jederzeit machen können.

Denn nur weil diese Idioten jetzt ebenfalls meiner Meinung sind, soll ich diese ändern, oder besser nicht laut sagen?
Nein, ich freue mich lieber darüber, dass die Fabriken „Hennes & Mauritz“ reagiert und ihre soziale Verantwortung in einem freiwilligen Verhaltenskodex geändert haben. Kinderarbeit hat somit wenigstens auf den Philippinen ein Ende gefunden. Auch dort war ich ein Tropfen von vielen.
Und ich habe mich gefreut dass bei den Freihandelsabkommen durch meinen „Druck“ vieles transparenter wurde. Ich der Tropfen!
Oder dass die FDP aus dem Bundestag geflogen ist, weil ihre Politik immer weniger Menschen wollten. Auch da war ich ein Tropfen von vielen.
Und dass ich (fast) keine Chance habe an Nestle-Produkten vorbei zu kommen ärgert mich immer noch.
Aber ich hoffe weiter, dass auch dort letztendlich viele  „Tropfen“  zum Erfolg führen werden.

Und wenn jetzt Herr Tichy auf Grund seiner rechten Ansichten bei Xing gegangen wurde (?), dann ist jeder Mensch daran schuld der dies gefordert hat. Ich hoffe diese können jetzt als Mob und Hexenjäger trotzdem ruhig schlafen. Ich könnte es.
Seinen Blog darf und kann er weiter schreiben. Dafür haben wir ja Artikel 5 im GG. Und dies ist gut so.
Und bei einer Kündigung hätte er klagen können. Auch dafür gibt es Gesetze die dann den Sachverhalt geklärt hätten.

Ja, das Netz bringt viele Dinge (über)deutlich zum Vorschein, die leider schon immer vorhanden waren, aber von vielen nicht gesehen wurden, oder nicht gesehen werden wollten.
Und genau deshalb gibt es Gesetze die seit Jahren bestehen und angewandt werden. Und genau diese gelten auch für das Netz – da benötigen wir keine Neuen. Und Drohungen waren schon immer Mist, ob mit oder ohne Netz.
Und auch ein einzelner Tropfen erzeugt Druck – dessen sollte man sich bewusst sein, oder es besser lassen.
Ich lasse es nicht!

Und da ich wie gesagt Art.5 GG wichtig finde, hier zur „Tichy-Xing-Thematik“ noch einige andere Meinungen die ich nicht alle teile, aber sehr wohl toleriere:

Update:
Wegen der Nachfragen. Für mich sind diese „Vorgehensweisen“ aus Druck, öffentliche Denunzierung, Drohungen eben keine Erfindung der „sozial Media Generation“. Sozial Media ist nur ein in der Vergangenheit in diesem Umfang nicht dagewesener Multiplikator.
Gleiche Äußerungen gab es früher auch, z.B. auf Stammtischen, auf Demos, in Flugblättern, in Firmenkantinen, in Bauwagen, in Leserbriefen.
Was sich geändert hat, ist das Auffinden von „Gleichgesinnten“ durch einen Mausklick.
Und genau wie früher (und heute) auf Demos, wenn ich mich unter Gleichgesinnten fühle, werden die Stimmen lauter und die Sprüche und Forderungen drastischer.

Neue Politik braucht das Land

Die nächste LTW ist vorbei, und in Mecklenburg Vorpommern hat sich bewahrheitet was schon vorher deutlich wurde.
Die AfD hat aus dem Stand 20,8% geholt und ist damit zweitstärkste Partei im Landtag, noch vor der CDU. Federn lassen mussten alle Parteien, besonders auch die Linken.  Piraten kamen mit knapp unter 0,5% faktisch nicht mehr vor.
Und nun?
Sehr viele schieben es auf die Geflüchteten, einige auf den schlechten Politikstil der Kanzlerin, andere einfach auf die rechte Gesinnung im Osten.

Nur, wenn man auf die Erläuterungen zum Wahlergebnis schaut, dann ergibt sich doch ein anderes Bild.
Zu erst einmal ist das Bild der Geflüchteten im Land gar nicht so schlecht wie es aussieht.
http://www.migazin.de/2016/09/05/studie-stimmung-zu-fluechtlingen-positiver-als-politikern-dargestellt/

Dann gab es laut Umfrage in Mecklenburg-Vorpommern auch andere Themen die sie Wahl beeinflusst haben:
Wahlentscheidene ThemenNein, es ist nicht die Flüchtlingsdebatte – aber hat denn die AfD bei der sozialen Gerechtigkeit eigentlich etwas zu bieten? Und was hat da die SPD oder CDU neues im Programm?
Nach welchen Kriterien entscheidet hier der Wähler?

Und die Wählerwanderung ist auch interessant::waehlerwanderung
Hier wird klar, die AfD konnte sehr stark Nichtwähler aktivieren und wahrscheinlich auch Erstwähler.

Vergleichen wir dies Bild doch mal mit dem Erfolg der Piraten zur LTW 2012 in NRW
waehlerwanderung nrw

Auch hier das Lager der Nicht- und Erstwähler sehr stark. Und die Piraten wurden dafür gelobt Nichtwähler wieder an die Urne zu bekommen. Mhhh…
Gut die Piraten haben von der SPD die meisten Stimmen geholt, die AfD wahrscheinlich von der CDU, aber auch hier der Unterschied nicht für den Erfolg ausschlaggebend.

Wenn man sich die Wahl in Mecklenburg-Vorpommern unter diesen Gesichtspunkten anschaut, dann kann gesagt werden, der Grund der Wähler die Piraten zu wählen, scheint ähnlich gelagert zu sein, wie jetzt bei der AfD.
Warum aber wurden 2011 und 2012 die Piraten gewählt?
Weil sie ein so gutes Programm hatten welches den Wählern gefiel?
Oder weil es eine neue Partei war, die den etablierten Parteien Contra bieten wollte, und weil die Wähler die Schnauze voll hatten von den alten Parteien?
Hier trifft wohl eher letzteres zu.

Und wen wundert es, aus genau dem gleichen Grund wird jetzt (zu einem großen Teil) die AfD gewählt. Nicht weil es um Flüchtlingsdebatten geht, oder um Überfremdung, oder gar den Euro, sondern weil sich die etablierte Politik zu weit von den Menschen (Wählern) entfernt hat.

Die Piraten haben es bisher noch nicht verstanden die Politik näher an den Bürger zu bringen, obwohl mit Tools wie „Open Antrag“ ein guter Weg eingeschlagen wurde. Aber bestimmt ist auch hier die Hürde der Beteiligung noch zu hoch. Mitmachtdemokratie läuft wahrscheinlich auf ein Kreuz, oder eine Ja/Nein/Enthaltung hinaus.
Also bei wichtigen Themen das Vorbild Schweiz.  Eine klare Abstimmung über vorformulierte Anträge, statt diese selbst zu erstellen. Und dies vielleicht noch auf digitalem Weg. (Oh je, Wahlcomputer – Manipulation!)
Wem dies in Deutschland gelingt, der wird sich aller Voraussicht nach langfristig in die vorhanden Parteienwelt einreihen können. Und wahrscheinlich geht dies auch eine Nummer kleiner als in der Schweiz – Die Menschen müssen sich nur angesprochen fühlen.
„Die da oben machen ja doch was sie wollen“ hat zuerst zu Politik- und Politikverdrossenheit geführt, jetzt führt es zu Protest- und Trotzwahlen. Und da ist es zweitrangig ob die Partei rechts oder links gelagert ist. Nur muss diese Partei bereit sein der jetzigen Politik klar Paroli zu bieten.
Wobei „rechts“ es in Deutschland schon leichter hat, aber den Endausschlag wird dies nicht geben:
wahlentscheidungVielleicht als Pirat auch noch mal folgenden Artikel lesen…
http://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/nrw-wahl-2012/waehlerwanderung-wem-die-piraten-am-meisten-weh-tun/6629306.html

Und dann überlegen ob wir wirklich schon etabliert genug sind, um Politik so zu gestalten, wie es uns die alten Parteien vormachen…
Klarmachen zum Ändern – gilt für mich noch immer. Nur keinenfalls mit rechtem Gedankengut. Aber dies liegt daran wie sich eine neue Partei aufstellt… Und Piraten sind immer noch neu, auch wenn uns die anderen Parteien und manche Medien woanders sehen wollen. Es liegt an uns hier zu reagieren. Wir feiern erst 10 jähriges. Wer ist da schon etabliert?
Neue Politik braucht das Land…

 

 

 

Wie immer vor einem Wahlparteitag – mehr Fragen als Antworten…

Nächste Woche steht Wolfenbüttel vor der Tür, Vorstandswahlen die in einer schwierigen Periode wohl auch das Schicksal und die Richtung der Piratenpartei bestimmen werden.
Und wer nicht aufgeben will und in der Piratenpartei weiter eine politische Zukunft sieht, der wird sich wahrscheinlich auch viele Fragen zur Partei und zum kommenden BPT stellen.
Aber vielleicht stelle ich sie mir ja auch alleine 🙂
Deshalb – hier sind viele eigene Gedanken für die Partei „verpackt“ – nicht nur zu Wolfenbüttel. Also mehr so ein „Rundumschlag“ – aber er sorgt bei mir für viele Fragen.

Nein, von mir gibt es nicht die üblichen „Wahlempfehlungen“ die in anderen Blogs zu finden sind. Ich glaube immer noch, dass ein „DENK SELBST“ hier der richtige Weg ist.
Mich interessiert halt dieser weitere Weg.
Ketzerisch: Und den finde ich eben nicht so klar und deutlich wie ihn andere vor Augen haben. Deshalb werden Kandidaten ihn mir erklären müssen. Und wenn ich nur ein „weiter so“  oder ein „ich bin eben anders“ höre, dann bin ich absolut  nicht zufrieden gestellt! /ketzerisch

Fangen wir bei der Orga an. Dank vieler freiwilliger Helfer läuft sie anscheinend rund. Dafür ein großes DANKE!
Lothar hat sich aufstellen lassen. Freut mich. Der Gen-Sek Posten hat viel mit Orga zu tun. Soll machen wer es kann. Hier denke ich, dass eine überbordende Mitgliederverwaltung eventuell auch mal auf Open Source Basis umgestellt werden könnte, stecke aber zu wenig drin um dies zu fordern. Nur wenn sich eine Firma von 40.000 Mitarbeitern auf 15.000 verkleinert, dann wird jeder Vorstand auch die Mittel dafür verringern. Ist aber eine betriebswirtschaftliche Sicht und keine politische.
Der Schatzmeisterclub hat in meinen Augen nicht gehalten was sich davon versprochen wurde. Endlosdiskussionen mit „wir drehen uns im Kreis“ führen hier eher zu Unsicherheit statt zur Stabilität. Jedes Jahr wieder darum kämpfen zu müssen, ob eine „Abteilung“ Geld erhält kostet unnötig Ressourcen, und genau daran haben wir einen großen Mangel. Hier wäre, wie von mir schon vor der Wahl des SM Clubs vorgeschlagen, eine Erhöhung des Anteils für den Bund der bessere Weg gewesen. Dann hätte langfristig geplant werden können. Dass es bei der finanziellen Lage überall Einschränkungen geben muss, ist doch jedem klar. Alles was zu viele Ressourcen kostet ist zum jetzigen Zeitpunkt hinderlich.
Ja, es machen viele Piraten viele gute Jobs in der Partei. Mitgliederverwaltung, Schatzmeisterei, IT, Datenschutz – dies alles muss sein, aber sollte eben zur Zeit, bei sehr wenigen aktiven Mitgliedern, auf dem minimalen Level ausgelegt sein – und zwar nicht mehr auf 40.000 Mitglieder, sondern auf 10.000 (da bleibt bei den Zahlenden noch massig Luft nach oben). Und warum es notwendig ist, dass sich Landes-Schatzmeister in so viele Bundesangelegenheiten einarbeiten müssen, wie es beim Schatzmeisterclub nötig ist um informiert abstimmen zu können, dies bleibt fraglich. Ja, ich ahne, ich reite darauf herum – aber er ist eben ein hervorragendes Beispiel von Ressourcenverschwendung, ohne dass es uns wirklich deutlich weiter bringt. Aber sei es drum, wer hier glaubt sein Glück zu finden. Ich bin froh es nicht machen zu müssen.

Nun zu den weiteren „Ämtern“ und „Kandidaten“ und den grundsätzlichen Fragen die ich mir stelle:
Wollen wir Kontinuität? Wollen wir Innovationen? Können wir Beides?
Also das, was oft mit einem „weiter so“ beschrieben wird, oder doch neue, komplett andere Wege suchen?
Dann die Frage, ist dafür der Vorstand zuständig/verantwortlich, oder sollten/müssen ruhige oder innovative Vorschläge aus der Partei heraus kommen? Verwaltet der Vorstand wirklich nur?

Und genau hier muss sich jeder selbst fragen was ihm wichtig ist, was einem bei einem „Denk selbst“ auch mit Blick auf unsere „Zielgruppen“ erfolgversprechend erscheint.
a) Dies kann die Kontinuität und gelassene Parteiarbeit sein. Es kann Ruhe bringen. Dies birgt aber die Gefahr, dass wir wirklich eine 0,5-2% Partei bleiben und wie die Tierschutzpartei oder die Violetten zwar bei (fast) jeder Wahl antreten, aber politisch nur noch eine kleine Nebenrolle spielen, – wenn überhaupt.
Es kann aber auch sein, dass Kontinuität sich auszahlt und es langsam aber sicher aufwärts geht. Dazu muss aber auch die Zeit vorhanden sein.
Mein „Pendel“ schweigt dazu – Bin halt der mit den Fragen ;-).

b) Um wieder mehr Erfolg zu haben kann auch der Weg eingeschritten werden, in der Politik wieder frecher aufzutreten, Innovationen zu entwickeln, und einfach den anderen Parteien deutlicher in die Suppe spucken. Und auch innerhalb der Partei klare Linien zu fahren, auch wenn dies zu Unruhe führen könnte.
Dies kann natürlich dazu führen, dass die Partei als „Spinner“ und „Chaoten“ abgetan wird und wir dadurch politisch nur noch eine Außenseiterrolle spielen.  Neue Ideen können aber auch Neugierig machen und so zur besseren Wahrnehmung beitragen. Auch hier schweigt leider mein „Pendel“ über den Wahrheitsgehalt.

Einfach wäre es jetzt, wenn ich für mich für a oder b entscheiden könnte!
Geht aber nicht, denn vielleicht gibt es doch noch ein „c“?
Aber was wäre das „c“?
Was würde dies für die Piratenpartei bedeuten, wie könnte es aussehen?

Vielleicht mal darin, dass wir uns Gedanken darüber machen, was in den letzten 10 Jahren schief und richtig gelaufen ist, um daraus Antworten zu suchen und bestenfalls zu finden, die uns weiter helfen?
Fast jeder von uns hat schon mal die (oder eine ähnliche) Antwort bekommen: „Ihr habt eure Chance gehabt, aber ihr habt sie nicht genutzt!“
Ist dies wirklich so? Haben wir unsere Chance gehabt und haben wir sie vertan?
Genau dies müsste mal diskutiert und daraus Lösungen entwickelt werden.
Die Antwort kann auch lauten: „Nein, wir hatten diese Chance eigentlich gar nicht.“ Dann müssen wir eben die Antwort darauf finden, warum dies außerhalb der Partei so gesehen wird?
Sie kann aber auch lauten, ja wir hatten sie – und haben Fehler gemacht.
Dann sollte sich gefragt werden, warum wir unsere guten Themen nicht besser „an die Frau oder den Mann“ gebracht haben?
Warum gelten wir als zerstritten? Warum gelten wir als Chaoten?
Wer kann dies beantworten, wo kann ich dies nachlesen? (außer in den Medien die uns tot schreiben wollen)
Ist dies schlimm, oder kann man aus diesen Attributen nicht sogar Hoffnung gegen die etablierte Politik ziehen?
In diesem Kontext stelle ich mir persönlich immer die Frage: „Warum bin ich der Piratenpartei beigetreten?“
War es der Datenschutz?
War es das „Neuland“ der anderen Parteien?
Oder war es allgemein der Begriff, „Politik aus Notwehr“?
Bei letzterem macht es natürlich wenig Sinn auch „etabliert und angepasst“ zu werden.

Ja, es war gut dass der jetzige Vorstand nach Halle Ruhe in die Partei gebracht hat. Dafür ebenfalls vielen Dank. Nur muss jetzt darauf geachtet werden, dass es nicht zu einer Friedhofsruhe kommt. Denn über Personen dort wird zwar meist gut gesprochen, aber halt nur in der Vergangenheitsform.
Und wer von uns hat noch nicht die Frage gehört: „Wie, euch gibt es noch?“ (egal ob mit positivem oder negativem Nachsatz) Dies ist mir persönlich etwas zu viel Ruhe! Deshalb sollte sich da was ändern.

Führt direkt zu unseren Kampagnen. Für eine kleine Partei sehr wichtig um wahrgenommen zu werden.
Viele Piraten setzen unglaublich viel Herzblut und Zeit in ihre Ideen und deren Verbreitung. Warum kommen diese nicht an? Selbst in der eigenen Partei nicht? Warum machen nur ein paar Dutzend Piraten mit?
Was müssen wir ändern damit diese innerhalb, und noch wichtiger, außerhalb der Partei wahrgenommen werden?
Warum sind wir nicht kampagnenfähig?
Haben wir da die falschen Themen?
Sind unsere Themen nicht wichtig?
Springen wir zu oft auf fahrende Züge auf?
Bremsen zu viele Gegenargumente oder sogar Trolle?
Wir haben 6.500 zahlende Mitglieder, warum sind viele nicht mehr aktiv? Wurden sie schon mal danach gefragt?
Auch hier muss dringend aufgearbeitet werden, um nicht noch mehr Piraten zu „verbrennen“. Wie wollen Kandidaten dies „ver- und ausbrennen“ verhindern?
Können sie es überhaupt?

Und dann unsere Außendarstellung. Es werden viele, oft sehr gute, Pressemeldungen und Blogs geschrieben. Warum erhalten diese keine Verbreitung?
Sind wir nicht die digitale Partei?
Warum schaffen wir es nicht, sie wenigstens dort flächig zu verbreiten?
Auch hier wäre eine Aufarbeitung dringend notwendig, damit nicht immer mehr gute Schreiber ihre Arbeit als „sinnlos – da nicht verbreitet“ abtun und Lust verlieren.
Und auch hier, was tun mit Piraten(?) die nichts lieber machen als sich hetzerisch, nicht kritisch, gegen eigne Artikel und Ideen wenden?
Kann und muss so etwas nicht „im Vorfeld“ geklärt und besser abgesprochen werden?
Wir kann so etwas geschehen?
Haben Kandidaten da Wege wie wir gemeinsam eine Lösung finden?

Und dann noch eines – aus jüngster Erfahrung sollte es einem Vorstand möglich sein, auch  einen „kleinen Shitstorm“ durch Informationspolitik, und nicht durch dumme Sprüche und Bildchen zu verhindern.
Auch dies ist möglich, trotz Datenschutz. Mal sehen was hier für Vorschläge von den Kandidaten kommen.

All dies was ich schreibe ist nichts neues, und ich denke/hoffe dass sich auch schon andere Piraten diese und andere Fragen gestellt haben. Und ich habe sie auch schon oft anderen Piraten gestellt. Aber keiner konnte sie mir beantworten und als Antwort habe ich meist bekommen: „Wir benötigen Hilfe um diese Fragen zu beantworten. Da fehlt uns einfach das Geld!“ Und damit war meist Ende der Diskussion. Für mich unbefriedigend!
Ich frage mich dann immer, wie wollen wir Wähler dazu bringen unseren politischen Antworten und Programmen zu vertrauen, wenn wir es uns nicht zutrauen unsere eigenen Probleme eigenständig zu lösen?
Ich bin mir sicher, dies ist möglich, auch wenn es öfter mal Antworten sein werden die nicht allen gefallen. Aber dies ist nun mal so.
Was haben unsere Kandidaten da für Ideen, oder sehen sie dies völlig anders?

Nach diesem Exkurs doch  zurück zum Bundesparteitag und den Vorstandswahlen.
Und vielleicht doch so etwas wie eine Wahlempfehlung ;-).
Meine Wahlentscheidungen werde ich nicht von einem „tragfähigem“ (?) Team oder Loyalität abhängig machen, wohl aber von Teamfähigkeit und der Bereitschaft neue Teams zu gründen. Und neue Wege dann zu gehen, wenn wir gemeinsam versucht haben unsere Defizite aufzuarbeiten und wenn möglich schriftlich festzuhalten.
Also ein „weiter so“, es wird schon „irgendwie“ gut gehen, dies werde ich dieses mal nicht wählen.
Ich werde nachlesen und bei Bedarf nachhören oder auch nachfragen was Kandidaten zu meinen Fragen für Antworten haben.
Gleichzeitig werde ich versuchen, Sympathien nicht zu sehr einfließen zu lassen. Denn ich kann eine Kandidatin oder einen Kandidaten persönlich mögen, sie oder ihn aber doch für einen Posten nicht als geeignet ansehen.
Und vielleicht sollten sich einige Kandidaten für den 1V oder Pol-Gef fragen, ob sie nach verlorener Wahl nicht bereit sind für einen 2V oder für ein Stellvertreteramt zu kandidieren. Denn in einem Team muss doch die „Agenda“ nicht zwingend vom „Chef“ ausgehen, oder?
Dies würde mich sehr freuen – ich könnte dann auch den „Zweitbesten“ bei meiner Wahlentscheidung berücksichtigen.

Und bevor es hier los geht – nein, der Vorstand muss nicht alle neuen Ideen selbst haben, aber er sollte den Anstoß geben über Vergangenes nachzudenken und in der Lage sein Neues in die richtigen Kanäle zu leiten.

Wer zu den Landtagswahlen im März dieses Jahres aktiv Unterstützer Unterschriften gesammelt hat, kann ermessen wie wenig Piraten zur Zeit noch aktiviert werden können. Wenn in BW und RLP nur jeder zahlende Pirat 4 Unterschriften gesammelt hätte, wäre das weitere Sammeln ein Kinderspiel geworden. Aber?
Und in Sachen-Anhalt war es noch schlimmer!
Wie können wir so etwas zur BTW verhindern?
Es schlummern leider, – wie bei den Kampagnen – noch zu viele zahlende Piraten im Hintergrund ohne sich zu beteiligen. Diese zu aktivieren, muss dringend angestoßen werden. Eventuell sind auch hier mal Altlasten durch deutliche Distanzierungen zu beseitigen, selbst wenn noch ein paar Piraten „hinten runter fallen“- wenn dadurch andere Schlummernde aufgeweckt werden können…
Und wenn wir es nicht schaffen bei den Landtagswahlen vor der Bundestagswahl 5 Abgeordnete in ein Landesparlament zu bekommen, dann müssen wir in 2017 für die BTW über 26.000 Unterschriften sammeln. Dies wird von den jetzt aktiven Piraten nicht flächendeckend zu schaffen sein. Deshalb Reaktivierung, wenn wir nach der BTW noch in den Genuss einer Parteienfinanzierung kommen wollen. Und ohne die wird wohl für viele gezwungenermaßen das Licht ausgehen. Was sagen Kandidaten dazu?

Deshalb zuletzt was WICHTIGES: Wolfenbüttel wird schwer – Aber zu erst mal sollten wir alles versuchen die Piraten in Berlin zu unterstützen…
Auch nach Wolfenbüttel, egal wie die Wahlen ausgehen!
Denn wenn dort 5 Abgeordnete einziehen, dann können wir uns auf politische Arbeit stürzen statt auf Unterstützerunterschriften. Und die letzten Umfragen bei 3% lassen doch hoffen, auch für die anderen Landtagswahlen.

Und danach – Nun ja, vielleicht mal endlich die Fragen beantworten, die uns immer wieder ausbremsen und jede menge Kraft kosten, die wir aber nicht mehr haben.
Die Maßnahme „Aus den Augen – Aus dem Sinn“ macht mir zwar meine persönliche Arbeit leichter – aber es bringt wenig, wenn diese gute Arbeit durch einige wenige wieder „umgestoßen“ werden kann.(Denn sie waren zwar aus meinen Augen aber immer noch da)
Im Endeffekt ist in Zukunft wichtig was bei der Öffentlichkeit hängen bleibt, und nicht was jeder persönlich geleistet hat. Zumindest für eine politischen Partei – nicht für einen selbst.

In was für Zeiten leben wie eigentlich?

Überall lese ich es heute – In was für schlimmen Zeiten leben wir auf dieser Welt eigentlich?
Die Zeiten sind heute nicht schlimmer als sie früher waren. Es hat schon immer Terror-Anschläge gegeben. Auch in München. Auch mit vielen Toten. Auch sinnlose.

Nur haben wir – bedingt durch die sozialen Netzwerke und die Medien – oft den Eindruck, „mittendrin statt nur dabei“ und dazu noch in der ersten Reihe zu sitzen.
Früher haben wir einmal am Tag die Tagesschau gesehen oder morgens einmal die Zeitung gelesen. Und bis dahin hatte sich oft vieles schon relativiert und war in den Artikeln und Kommentaren zusammengefasst.
Heute ist eine 24 Stunden Aufmerksamkeit garantiert und leider auch gefordert. Und es werden vor lauter überflüssiger Sendezeit aus Verzweiflung Fragen gestellt, die zu 99% aus Wiederholungen oder nicht zu beantwortenden Plattitüden bestehen,
Nicht zu vergessen die dutzenden von Terrorexperten, die es plötzlich überall gibt.
Und in den sozialen Medien wimmelt es nur so von (Un-) Wissenden, die jede Sekunde des Geschehens für uns kommentieren müssen. Und natürlich von Beileidsbekundungen jeder Art, die aufzeigen wie mitfühlend wir gerade sind. 

Und natürlich wollen diese fehlgeleiteten Attentats-Idioten genau diese Aufmerksamkeit erlangen. Und natürlich wissen sie wie man dies anstellt – Rufe vor den Kameras; Fahnen schwenken; Selfies mit IS Symbolen; Bekennerbriefe/mails schreiben; YouTube Videos drehen; nach Terrorbegriffen googeln; etc. –
Und natürlich reagieren viele Menschen unter uns genau so, wie es diese Idioten wünschen und hoffen. Sie wollen dass Menschen Angst bekommen, sie wollen dass wir unsere Demokratie durch Überwachung aushöhlen. Sie sind neidisch auf unsere Freiheit, die wir uns und anderen Menschen bieten. 
Und Menschen mit Kommentaren wie, „Ich habe Angst auf die Straße zu gehen“, „Wie kann ich meine Kinder schützen?“ oder „Warum holen wir diese Mörder in unser Land?“, sind die tausende Helfer, auf die die Attentäter hoffen und setzen.
Genau wie auf Politiker und Journalisten, die sinnlose Maßnahmen wie noch mehr Überwachung und noch mehr Aus- und Abgrenzung fordern.
Wenn wir die jetzige Zeit klassifizieren müssen, dann ist es die Ära der Reiz- und Informationsüberflutung, und wenn wir nicht aufpassen die Zeit, in der die freiheitliche Demokratie stirbt.